Männerkrankheiten


Erkrankungen der Prostata

Prostataentzündung (chronisch) und Beckenbodenmyalgie

Chronische Prostataentzündung (chronische Prostatitis): Sammelbegriff für Beschwerden im Bereich der Prostata und des benachbarten kleinen Beckens. Häufigste urologische Diagnose bei Männern unter 50 Jahren, stellt jedoch – trotz ähnlicher Beschwerden – kein einheitliches Krankheitsbild dar. Unterschieden wird zwischen der chronisch bakteriellen (10 %) und chronisch abakteriellen Prostataentzündung (90 %), wobei letztere immer häufiger als (abakterielles) chronisches Beckenschmerzsyndrom bezeichnet wird. Aber die Ursachen für die Schmerzen können möglicherweise auch außerhalb der Prostata liegen. Und, um die Verwirrung komplett zu machen, unterscheiden die Mediziner beim (abakteriellen) chronischen Beckenschmerzsyndrom wiederum zwischen einer Form mit nachweisbaren entzündlichen Veränderungen der Prostata – jedoch ohne eindeutigen Bakteriennachweis – und einer nichtentzündlichen Form, der so genannten Beckenbodenmyalgie (Beckenbodenschmerzsyndrom, [vegetatives] Urogenitalsyndrom, Prostatodynie, Prostatapathie, anogenitales Syndrom). Wie häufig die Beckenbodenmyalgie vorkommt, ist umstritten, für viele Autoren stellt sie die häufigste Einzelursache der chronischen Prostataentzündung dar.

Leitbeschwerden

  • Wechselnd starke (fluktuierende) Schmerzen in der Genital-, Damm- und Analregion
  • Manchmal gestörtes Wasserlassen, z. B. schwächerer Harnstrahl
  • Abnahme des sexuellen Interesses und Störungen von Erektion und Ejakulation
  • Unfruchtbarkeit.

Die Erkrankung

Chronische Prostataentzündung. Die chronisch bakterielle Prostataentzündung ist oft Folge einer nicht vollständig ausgeheilten akuten Prostataentzündung. Infiziertes Prostatasekret sammelt sich in den Prostatagängen, und es bilden sich Prostatasteine, an denen Bakterien haften. Wahrscheinlich werden diese Bakterien nicht ausreichend von Antibiotika erreicht und werden deshalb zur Ursache für den chronischen Zustand der Entzündung.

(Abakterielles) chronisches Beckenschmerzsyndrom. Die Ursachen des (abakteriellen) chronischen Beckenschmerzsyndroms sind bisher nicht eindeutig geklärt. Bei der entzündlichen Form vermutet man als Auslöser entweder eine Reizung der Prostata durch den sauren und aggressiven Urin, z. B. durch eine zeitweise vermehrte Ausscheidung von Harnsäurekristallen, oder durch spezielle Bakterien, die mit den herkömmlichen Methoden aber nicht nachweisbar sind – diese Unsicherheit zeigt das in Klammern stehende „abakteriell“ auf.

Beckenbodenmyalgie. Bei dieser Form der chronischen abakteriellen Prostataentzündung gehen neuere Theorien davon aus, dass sie – zumindest teilweise – durch Muskelverspannungen (Tender Points) im Beckenbereich entsteht oder durch ein Schmerzsyndrom in der Nähe der Wirbelsäule. Dazu passt, dass sich kein krankhafter Befund an der Prostata ausmachen lässt. Auch psychische Veränderungen spielen bei diesem Krankheitsbild eine Rolle – ob sie aber die Ursache der oft sehr belastenden Beschwerden sind oder nicht vielmehr die Folge, lässt sich derzeit nicht eindeutig klären. Stress scheint immerhin zur Ausprägung einer Beckenbodenmyalgie beizutragen, denn die Beschwerden bessern sich, wenn der Patient Entspannungsverfahren praktiziert wie Yoga, Autogenes Training oder die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson.

Das macht der Arzt

Diagnosesicherung

Das diagnostische Programm bei einer vermuteten chronischen Prostataentzündung ist umfangreich:

  • Am Anfang stehen neben Anamnese und Prostata-Tastuntersuchung die Dreigläserprobe, um eine bakterielle Entzündung der Prostata ausschließen zu können, sowie der Bauchultraschall mit Restharnmessung und der transrektale Ultraschall.
  • Im zweiten Schritt folgen Harnstrahlmessung, Urodynamik und eine Röntgenaufnahme der Harnwege (Ausscheidungsurogramm).
  • In manchen Fällen, insbesondere wenn diese Untersuchungen unklare Ergebnisse liefern, rät der Arzt gegebenenfalls zu Blasenspiegelung oder Enddarmspiegelung.

Analog zur Reizblase bei der Frau ist die Diagnose der Beckenbodenmyalgie eine Ausschlussdiagnose. Der Arzt prüft zunächst, ob die Beschwerden des Patienten eine organische Ursache haben, ob also ein messbarer krankhafter Befund vorliegt wie z. B. Veränderungen im Enddarm. Erst wenn dies eindeutig nicht gegeben ist, wird er die Diagnose „Beckenbodenmyalgie“ stellen.

Therapie

Chronisch bakterielle Prostataentzündung. Entsprechend dem Befund an Bakterien verschreibt der Arzt ein Antibiotikum, das über 4 bis 6 Wochen eingenommen werden muss, um die chronische Entzündung zu heilen.

Entzündliche Form des chronischen Beckenschmerzsyndroms. Sie steht zwischen der chronisch bakteriellen Prostataentzündung und der Beckenbodenmyalgie. Zumindest zu Beginn der Erkrankung kann der Arzt eine bakterielle Beteiligung nicht sicher ausschließen, weshalb auch hier ein Behandlungsversuch mit einem Antibiotikum über zwei Wochen gerechtfertigt ist. Sollte dies die Beschwerden des Patienten mindern, wird die Antibiotikatherapie für weitere vier bis sechs Wochen fortgesetzt. Wenn gesichert ist, dass die Beschwerden durch Harnsäurekristalle im Urin ausgelöst werden, wird der Arzt Allopurinol (Zyloric®) über mehrere Monate verschreiben: Es verringert die Anhäufung von Harnsäure im Blut und damit die Bildung der Kristalle. Wenn alle möglichen Therapieansätze nicht helfen, kann bei starken Beschwerden und nachgewiesener Entzündung eine transurethrale Mikrowellenbehandlung der Prostata (TUMT), in einigen Fällen die Transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P) zur Beschwerdefreiheit führen.

Beckenbodenmyalgie. Die Behandlung ist insgesamt langwierig, da jeder Patient unterschiedlich schnell und gut auf die Therapie anspricht. Wichtig ist deshalb, dass Arzt und Patient ausreichend Geduld aufbringen. Da gesicherte Erkenntnisse und einheitliche Behandlungsstandards fehlen, geht jeder Arzt das Problem auf seine Art an. Allen gemeinsam ist jedoch, dass verschiedene Therapieansätze erprobt werden – in der Hoffnung, dass irgendwann eine der Therapiemöglichkeiten die erhoffte Linderung der Beschwerden bringt. Die folgende Zusammenstellung ist deshalb weder vollständig noch allgemein verbindlich:

  • Ist der Urinstrahl abgeschwächt oder muss der Patient häufig Wasserlassen, kann der Arzt ähnliche Medikamente verordnen wie bei der Prostatavergrößerung: Zunächst pflanzliche Mittel wie z. B. Prostagutt®, falls diese keine Besserung bringen, verschreibt er Alpharezeptorenblocker wie Alna® oder Omnic® – vor allem, wenn ein verengter Blasenauslass (Blasenhalsenge) gegeben ist.
  • Steht der Harndrang im Vordergrund, so wird der Arzt ein anticholinerges Medikament wie z. B. Mictonorm® oder Spasmex® empfehlen.
  • Blasenbeschwerden werden bei manchen Patienten durch Antidepressiva wegen ihrer Wirkung auf den Blasenschließmuskel gelindert.
  • Beckenschmerzen können durch entzündungshemmende NSAR oder ein Muskelrelaxans (z. B. Lioresal®) zur Entspannung der Muskeln gelindert werden.

Treten die Beschwerden vermehrt bei Kälte auf, hilft Wärme – oft genügt ein warmes Bad.

  • Die Beschwerden bessern sich oft auch nach wiederholten Prostatamassagen, vermutlich über einen dadurch verbesserten „Abfluss“ von z. B. entzündungsauslösenden Substanzen.
  • Steht die psychische Problematik im Vordergrund, empfiehlt sich grundsätzlich eine Psychotherapie.

Selbsthilfe

Um ein erneutes Aufflammen der Beschwerden zu vermeiden, gilt es, einige Regeln zu beachten:

Kältereize vermeiden. Jede Auskühlung im Beckenbereich ist ein starker neuer Entzündungsreiz: Tauschen Sie deshalb z. B. sofort nach dem Schwimmen eine nasse gegen eine trockene Badehose aus, vermeiden Sie kalte Sitzgelegenheiten und Zugluft und sorgen Sie dafür, dass Sie keine kalten Füße bekommen.

Mechanische Reize minimieren. Auch starke mechanische Belastungen des Beckenbodens provozieren neue Entzündungen. Besonders ungünstig sind Radfahren und Reiten. Sie sollten zumindest in Zeiten von Beschwerden vollständig gemieden und auch nach Abklingen der Beschwerden nicht exzessiv betrieben werden. Bei immer wieder auftretenden Beschwerden sollten Sie ganz darauf verzichten.

Sexualtoilette. Häufige Masturbationen sind sinnvoll, um einen die Entzündung aufrechterhaltenden Sekretstau in den Samenleitern und der Samenblase zu verhindern. Beim Geschlechtsverkehr sind Kondome zu verwenden, um die Partnerin zu schützen.

Komplementärmedizin

Entsprechend der Vielfalt ärztlicher Behandlungsansätze bietet auch die Komplementärmedizin eine reiche Auswahl an Therapiemöglichkeiten. Alle hier genannten Behandlungen haben sich bei Betroffenen bewährt. Trotzdem sollten Sie in Ihren Erwartungen realistisch bleiben: Je länger Ihre Beschwerden bereits bestehen, desto weniger Erfolg versprechend werden die Behandlungsergebnisse sein. Im Einzelnen werden in der Fachliteratur empfohlen:

  • Biofeedback über eine Rektalsonde hilft, Ihr Gespür für Ihren Beckenboden zu verbessern. Über Lichtsignale kontrollieren Sie, ob Sie Ihren Beckenboden ausreichend anspannen bzw. entspannen, um ihn so schrittweise zu stärken.
  • Eine Akupunkturbehandlung, die auf die Punkte des Konzeptionsgefäßes am Unterbauch abgestimmt ist, lindert oft die Beschwerden.
  • Heiße Sitzbäder, eventuell mit Moorzusatz, lindern häufig die Beschwerden.
  • Weitere Therapien wie die manuelle Lockerung schmerzhafter Triggerpunkte sind erfolgversprechend.
  • Verschiedene Homöopathika beeinflussen einzelne Beschwerden, so Pulsatilla den häufigen Harndrang oder Clematis stechende Schmerzen in der Prostata.
  • Vor allem bei der entzündlichen Form wirken Enzyme wie Wobenzym® oder Phlogenzym®, wenn sie über mehrere Wochen eingenommen werden.

Weiterführende Informationen

  • Walter Merkle: Der chronische Beckenbodenschmerz. Steinkopff, 2007. Beleuchtet das Krankheitsbild interdisziplinär aus Sicht des Urologen, des Schmerztherapeuten, der Psychosomatik, der Proktologie (beschäftigt sich mit Erkrankungen des Enddarms) und der Gynäkologie. Für Ärzte geschrieben, für Betroffene dennoch sehr nützlich.

Prostataentzündung, akute

Akute Prostataentzündung (Akute [bakterielle] Prostatitis): Durch Bakterien wie Escherichia coli und andere ausgelöste, akute, hochschmerzhafte Entzündung der Prostata. Tritt häufig bei älteren Männern zusätzlich zu einer Prostatavergrößerung auf, da sie durch Harnabflussstörungen begünstigt wird. Besonders bei Einwirkung von Nässe oder Kälte erkranken auch jüngere Männer, vor allem bei zusätzlich vorliegenden Harnröhrenverengungen. Die Erkrankung lässt sich gut mit Antibiotika behandeln. Rückfälle und ein Übergang zur (chronischen Prostataentzündung) sind jedoch nicht selten, wenn die Entzündung nicht ausreichend therapiert wird.

Leitbeschwerden

  • Starke Schmerzen in der Damm- und Analregion, oft in Leiste oder Penis ausstrahlend
  • Häufiger Harndrang, Harnabflusströungen wie abgeschwächter oder unterbrochener Harnstrahl, Brennen beim Wasserlassen oder verlängerte Miktionszeit
  • Schlechter Allgemeinzustand
  • Hohes Fieber, evtl. Schüttelfrost.

Wann zum Arzt

In den nächsten Tagen bei erstmaligem Auftreten der Leitbeschwerden

Sofort in die Klinik bei hohem Fieber und/oder schlechtem Allgemeinzustand.

Die Erkrankung

Die akute Prostataentzündung wird meistens im Rahmen einer normalen Blasenentzündung ausgelöst, wenn Bakterien über die Harnröhre aufsteigen und in die Prostata gelangen. Besteht ein erhöhter Widerstand beim Wasserlassen, so können Bakterien regelrecht aus der Harnröhre in die dort mündenden Prostataausführungsgänge gepresst werden. Hinzu kommt oft auch Ausfluss aus der Harnröhre Harnröhrenentzündung. Die Prostata kann aber auch als Folge einer Entzündung der Nebenhoden oder Samenblasen über die Samenleiter mitinfiziert werden.

Das macht der Arzt

Diagnosesicherung. Wegweisend ist die Prostata-Tastuntersuchung, die als Befund eine druckschmerzhafte, angeschwollene Prostata ergibt. Der Nachweis einer bakteriellen Entzündung erfolgt mit dem Mittelstrahlurin. Bei bestehendem Ausfluss über die Harnröhre entnimmt der Arzt auch hier Abstriche, um seine Diagnose zu sichern.

Im akuten Stadium wird der Arzt keinen Ultraschall der Prostata durchführen, da hierdurch Keime in die Blutbahn gelangen können, was im schlimmsten Fall zu einer Blutvergiftung führt (Urosepsis, wie die von den Harnwegen ausgehende Blutvergiftung heißt). Zudem ist jeder Druck auf die Prostata bei einer akuten Prostataentzündung extrem schmerzhaft, so dass der Arzt auch mit dem Transrektalen Ultraschall (TRUS) bis zum Abklingen der Entzündung wartet.

Das Prostataspezifische Antigen (PSA) ist bei einer akuten Prostataentzündung je nach Ausprägung im Blut mäßig bis deutlich erhöht. Kontrolliert man den Wert einige Wochen später, so ist er im Gegensatz zum Prostatakrebs meist wieder im Normbereich. Falls nicht, erfolgen weitere Kontrollen. Gegebenenfalls wird nach erneuter ausreichender Antibiotikagabe und rektaler Schallkontrolle eine Gewebeprobe Biopsie entnommen, um Prostatakrebs auszuschließen.

Therapie. Der Arzt verordnet Antibiotika für zwei bis vier Wochen. Unterstützend erhält der Patient entzündungshemmende Medikamente NSAR. Bei schwerem Verlauf ist in manchen Fällen eine Einweisung in die Klinik notwendig, um die Antibiotika hochdosiert per Infusion zu verabreichen und bei einer sich abzeichnenden Abszessbildung sofort chirurgisch eingreifen zu können. Gegen Harnabflussstörungen und Miktionsprobleme werden oft Alphablocker verordnet.

Bei erhöhter Restharnmenge kann vorübergehend ein suprapubischer Katheter gelegt werden, wenn harntreibende Medikamente nicht ausreichend wirksam sind, um die Entzündung nicht durch das erschwerte Wasserlassen noch weiter zu verstärken.

Ultraschall-Verlaufskontrollen sind wichtig, um einen Prostataabszess, also eine „Abkapselung“ des Infektionsherds, begleitet von einer Eiteransammlung in der Prostata, rechtzeitig zu erkennen. Bei ausgeprägter Abszessbildung hilft oft nur noch eine operative Eröffnung und Entfernung des Abszesses, um eine lebensbedrohliche Blutvergiftung zu verhindern. Bei weniger ausgeprägtem Befund kann auch mit Antibiotika weiter behandelt werden.

Wird die akute Prostataentzündung nicht ausreichend behandelt, kann sie in eine chronische bakterielle Prostataentzündung übergehen,

Komplementärmedizin

Wärmeanwendungen, wie z. B. ansteigende Fußbäder oder Sitzbäder mit Kamille oder Heublumen ersetzen zwar keinesfalls die Behandlung mit Antibiotika, wirken aber schmerzlindernd auf Prostata und Blase und können deshalb begleitend eingesetzt werden. Anschließend sollte der Patient Ruhe halten oder am besten gleich zu Bett gehen.

Um die Bakterien auszuspülen, ist es ratsam, viel zu trinken. Gut geeignet sind Wasser sowie spezielle Nieren- und Blasentees.

Homöopathen empfiehlt zur Behandlung einer Prostatitis häufig Sabal serrulatum (Sägepalme) oder Clematis recta (Waldrebe).

Prostatakrebs

Prostatakrebs (Prostatakarzinom, PCA): Bösartiger Tumor der Prostata (Vorsteherdrüse); die häufigste Krebserkrankung beim Mann – bei jedem zehnten Mann wird im Laufe seines Lebens Prostatakrebs diagnostiziert – und die dritthäufigste Krebstodesursache. Die zunehmende Häufigkeit ist Folge der alternden Bevölkerung – es erkranken vor allem Männer zwischen 60 und 80 Jahren – und der verbesserten Früherkennung. Bei vielen vornehmlich älteren Patienten wächst der Krebs aber sehr langsam, sodass der Betroffene gar nicht am Prostatakrebs selbst stirbt – selbst dann nicht, wenn dieser unbehandelt bleibt.

Manchmal verursacht der Krebs zu Lebzeiten keinerlei Beschwerden und wird erst nach dem Tod bei einer Obduktion festgestellt; der Mediziner spricht dann von einem latenten Prostatakarzinom.

Je nach Krankheitsstadium und Patientenwunsch gibt es verschiedene therapeutische Optionen wie Watchful Waiting, Bestrahlung der Prostata, radikale Entfernung der Prostata sowie Hormon- und Chemotherapie. Ist der Tumor auf die Prostata begrenzt, ist der Krebs meist heilbar. Bei Fernmetastasen ist die Prognose jedoch schlecht, die 10-Jahres-Überlebenszeit beträgt nur 10 %.

Symptome und Leitbeschwerden

  • Häufigeres Wasserlassen
  • Abschwächung des Urinstrahls bis hin zum Harnverhalt (Unmöglichkeit des Wasserlassens)
  • Blutbeimengungen zum Sperma oder Urin
  • In fortgeschrittenen Stadien Rückenschmerzen, Knochenschmerzen, Müdigkeit und Gewichtsverlust
  • Inkontinenz und Impotenz bei Wachstum des Tumors in Schließmuskel und Nerven.

Wann zum Arzt

Sofort bei

  • Harnverhalt, stark blutigem Urin und Nierenschmerzen in Verbindung mit Fieber.

In den nächsten Tagen, wenn

  • die genannten Beschwerden weniger stark ausgeprägt sind.

Die Erkrankung

Prostatakrebs entsteht zu etwa 85 % in den äußeren Anteilen der Prostatadrüsen und wächst im Verlauf über die Kapsel der Prostata hinaus. Schreitet das Krebswachstum weiter voran, kommt es zur Metastasierung: Zuerst bilden sich Metastasen in den Lymphknoten des Beckens, dann entlang der Bauchschlagader. Wenn die Krebszellen bereits in den Blutkreislauf eingebrochen sind, besiedeln sie Knochen, vor allem von Wirbelsäule und Becken, und schließlich auch Organe wie Lunge oder Leber.

Risikofaktoren

Prostatakrebs kann familiär gehäuft auftreten, sodass für die männlichen Verwandten eines betroffenen Familienmitglieds ein zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko besteht. Mittlerweile ist eine Vielzahl an genetischen Veränderungen bekannt, die das Risiko entscheidend beeinflussen, an Prostatakrebs zu erkranken.

Zu weiteren Risikofaktoren zählen wahrscheinlich sexuelle Enthaltsamkeit (genauer gesagt, seltene Ejakulationen), eine Schwermetallbelastung z. B. mit Cadmium und eine Behandlung mit Testosteron. Letztere kann zwar keinen neuen Krebs auslösen, doch werden dadurch auch kleinste, bereits vorhandene Krebszellen zum Wachstum angeregt.

Insgesamt haben jüngere Männer eher aggressive Tumorformen (kann nach der Gewebeentnahme vom Pathologen beurteilt werden), ältere im Schnitt eher langsam wachsende Tumoren.

Diagnosesicherung

Der Prostatakrebs wird idealerweise im Rahmen der "Vorsorgeuntersuchung" in frühen Stadien ertastet. Da diese Untersuchung nur von etwa einem Fünftel der Männer wahrgenommen wird, wird die Diagnose nicht selten verschleppt.

Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung für Männer ab dem 45. Lebensjahr tastet der Arzt bei der digitalen rektalen Untersuchung die Prostata auf verhärtete Anteile ab. Bei etwaigen Verhärtungen stellt er fest, ob der Krebs bereits über die Prostatakapsel hinausgewachsen ist. Ergänzend führt er einen Transrektalen Ultraschall (TRUS) durch, um genauer beurteilen zu können, ob der Prostatakrebs bereits über die Vorsteherdrüse hinausgewachsen ist.

Liegt der Verdacht auf Prostatakrebs vor, lässt der Arzt die PSA-Werte im Blut bestimmen. Die Kosten für die PSA-Bestimmung werden dann von den Krankenkassen übernommen (ebenso bei der Nachsorge). Nur die PSA-Bestimmung ohne Krebs-Verdacht ist eine IGeL-Leistung – zu Recht, weil sie in ihrer Sinnhaftigkeit wissenschaftlich umstritten ist.

Beweisend für einen Prostatakrebs ist in aller Regel die Prostatastanzbiopsie. Sie gibt Aufschluss darüber, ob tatsächlich ein Krebs vorliegt und wie aggressiv und ausgedehnt er ist. Aktuell empfehlen Experten die Entnahme von 10–12 Gewebeproben in der Erstbiopsie. Danach erhöht eine so genannte Sättigungsbiopsie mit etwa 20 Gewebeproben die Chance, einen möglichen Prostatakrebs zu entdecken.

Werden in der Stanzbiopsie keine Krebszellen festgestellt, aber es besteht weiterhin der Verdacht auf ein Prostatakarzinom, wird eine spezielle MRT-Untersuchung der Prostata (Multiparameter-MRT) empfohlen. Diese kann auffällige Areale der Prostata aufzeigen, aus denen gezielt Biopsien entnommen werden.

Steht die Diagnose "Prostatakrebs" fest, wird die Ausdehnung des Tumors ermittelt, es erfolgt das sog. Staging. Dafür werden zunächst die schon vorhandenen Ergebnisse von DRU, PSA-Wert, TRUS und Stanzbiopsie begutachtet und ein Risikowert ermittelt.

Handelt es sich um ein frühes Tumorstadium mit geringem Risikowert, folgen keine weiteren Untersuchungen vor der Therapie.

Ist der Tumor jedoch schon fortgeschritten und zeigt einen hohen Risikowert, wird das Staging erweitert. Mit einer Skelettszintigrafie, bei der eine schwach radioaktive Substanz in eine Armvene gespritzt wird, untersuchen die Ärzte die Knochen auf vorhandene Metastasen. CT oder MRT-Untersuchungen des Beckens geben Aufschluss über eine eventuelle Tumorabsiedlung in die Lymphknoten.

Problematisch beim Prostatakrebs ist, dass erst nach einer radikalen Prostatektomie anhand des entfernten Gewebes die genaue Ausdehnung des Krebses ermittelt werden kann. Die diagnostischen Verfahren vor der Operation erlauben nur eine Abschätzung der Tumorgröße und somit des Krebsstadiums.

Behandlung

Die Behandlungsoptionen beim Prostatakrebs sind unterschiedlich effektiv und haben verschiedene Auswirkungen auf die Lebensqualität. Welches Verfahren für den Betroffenen sinnvoll ist, wägen Arzt und Patient gemeinsam ab. Entscheidende Faktoren für die Auswahl der Therapie sind:

  • Krebsart und Tumorstadium
  • Vorhandensein von Metastasen
  • Alter des Patienten und tumorunabhängige Lebenserwartung
  • Begleiterkrankungen
  • Patientenwunsch.

Folgende therapeutische Strategien/Verfahren stehen zur Verfügung (Erklärung zu den einzelnen Verfahren siehe unten):

  • Prostatakrebs ohne Metastasen
    • Aktive Überwachung
    • Radikale Prostatektomie, d. h. die operative komplette Entfernung von Prostata und Samenblasen (radikale Prostataentfernung)
    • Externe Bestrahlung
    • Brachytherapie (interne Bestrahlung)
    • Hormonentzugstherapie.
  • Prostatakrebs mit Fernmetastasen und einer tumorunabhängigen Lebenserwartung < 10 Jahren

  • Watchful Waiting
  • Hormonentzugstherapie / Chemotherapie
  • Palliative Behandlung von Beschwerden wie z. B. Knochenschmerzen.

Therapiestrategien beim Prostatakrebs

Watchful Waiting. Diese Strategie ist für Patienten geeignet, die eine tumorunabhängige Lebenserwartung von unter 10 Jahren haben. Das Alter und die Nebenerkrankungen stellen dabei ein höheres Gesundheitsrisiko dar, als der Prostatakrebs selbst.

Treten Beschwerden durch den Krebs auf, werden die Patienten palliativ therapiert, evtl. auch mit einer Hormontherapie. Oberstes Ziel ist der Erhalt der Lebensqualität, auf das meist nicht mehr erreichbare Ziel einer vollständigen Heilung wird verzichtet. Eine belastende invasive Therapie mit Operation oder Bestrahlung wird deshalb in der Regel vermieden. Beim Watchful Waiting reichen halbjährliche Routineuntersuchungen aus.

Aktive Überwachung (Active Surveillance). Eine Aktive Überwachung kommt ebenfalls vor allem bei einem lokal begrenzten, langsam wachsenden Krebs im Frühstadium in Betracht. Dabei wird zunächst abgewartet und die invasive Behandlung aufgeschoben. Erst wenn der Tumor stark fortschreitet oder Beschwerden hervorruft, leitet der Arzt eine Operation oder Strahlentherapie ein. Ziel der aktiven Überwachung ist auch hier, eine unnötige Behandlung zu vermeiden und die Lebensqualität des Patienten möglichst lange zu erhalten.

Radikale Prostatektomie. Sie erfolgt meist über einen Unterbauchschnitt (Radikale retropubische Prostatektomie), seltener über einen Schnitt am Damm (Radikale perineale Prostatektomie). Zuerst werden die Lymphknoten entlang der Blutgefäße des Beckens entfernt. Der Pathologe untersucht die entnommenen Lymphknoten noch während der Operation (etwa in einer Schnellschnittuntersuchung). Auch laparoskopische (sog. "Schlüsselloch-Technik") oder robotisch-assistierte Verfahren werden genutzt.

  • Sind die Lymphknoten krebsfrei oder nur von wenigen Krebszellen befallen, wird die Operation planmäßig durchgeführt, das heißt die Prostata sowie ein Teil der Harnröhre und beide Samenblasen werden entfernt und die Samenleiter auf beiden Seiten unterbunden. Anschließend wird die Harnblase wieder verschlossen und mit der restlichen Harnröhre vernäht. Um die Naht zu stabilisieren, wird für etwa 5–10 Tage ein transurethraler Katheter in die Blase eingelegt.
  • Sind die Lymphknoten ausgedehnt von Krebszellen befallen, wird die Operation abgebrochen oder beim im CT erhobenen Befund gar nicht erst durchgeführt, da der Krebs durch die Operation nicht zu heilen ist. In diesem Fall schließt sich die Hormonentzugstherapie an.

Wurde die Prostata komplett entfernt, liegt das endgültige Ergebnis der Gewebeuntersuchung wenige Tage nach dem Eingriff vor. In einigen Fällen stellt der Pathologe fest, dass die Krebszellen nicht mehr nur auf die Prostata begrenzt waren, sondern bereits über die Prostatakapsel hinaus gewachsen sind (lokal fortgeschrittenes Prostatakarzinom). In diesem Fall wird zur Sicherheit einige Wochen nach der Operation eine zusätzliche Bestrahlung empfohlen. Alternativ wird abgewartet und erst mit einer zusätzlichen Therapie begonnen, wenn der PSA-Wert ansteigt. Außerdem wird die Bestrahlung empfohlen, wenn sich in der Gewebeuntersuchung zeigt, dass das Prostatakarzinom in der Operation nicht komplett entfernt wurde (sog. R1-Resektion).

  • Komplikationen. Die Heilungsraten nach der Radikalen Prostatektomie sind gut, doch drohen Spätfolgen, so bei ~ 70 % Impotenz und bei ~ 7 % eine Harninkontinenz. Versucht der Chirurg bei der Operation, die sehr nah an der Prostata liegenden "Erektionsnerven" zu schonen, so bleibt die Potenz des Patienten zwar häufiger erhalten – jedoch können dadurch Tumorreste im Körper verbleiben, und es droht ein erneutes Krebswachstum.
  • Die mögliche Harninkontinenz ergibt sich aus der Operationsmethode, bei der der innere Blasenschließmuskel mitentfernt wird, der beim Mann normalerweise zusammen mit dem äußeren Blasenschließmuskel den Urin zurückhält. Um der Inkontinenz entgegenzusteuern, muss nun der äußere Schließmuskel gezielt durch Beckenbodengymnastik gekräftigt werden. Dennoch bleibt manchmal eine geringfügige Inkontinenz dauerhaft bestehen. Umso wichtiger ist es, dass unmittelbar, nachdem der transurethrale Katheter entfernt wurde, mit dem Beckenbodentraining unter ausführlicher Anleitung begonnen wird. Diese Aufgabe übernehmen meist Physiotherapeuten noch während des stationären Krankenhausaufenthalts. Danach ist in jedem Fall eine Anschlussheilbehandlung ("Kur") empfehlenswert: Hier hat der Patient bewusst Zeit zum Üben und ist unter der professionellen Anleitung auch konsequenter und motivierter.
  • Durch die Entfernung von Prostata, Samenblasen und Anteilen der Samenleiter sind die Patienten nach der Operation zeugungsunfähig.

Externe Strahlentherapie. Hier wird die Prostata in mehreren Sitzungen mit jeweils 1,8–2 Gy bestrahlt bis die nötige Gesamtdosis von 74–80 Gy erreicht ist. Zum Schutz der Harnblase sollte diese während der Bestrahlung gefüllt sein. Durch die genaue Planung der Strahlungsverteilung versuchen die Ärzte, sensible Strukturen wie die Harnröhre, den Enddarm oder die Nerven für die Erektion zu schonen. Trotzdem entwickeln etwa 60 % der Betroffenen etwa 2 Jahre nach der Bestrahlung eine erektile Dysfunktion. Bei sehr aggressiven Tumoren empfehlen die Ärzte häufig eine begleitende Hormontherapie.

Brachytherapie. Bei wenig aggressiven Tumoren wird zunehmend eine schonende Form der Bestrahlung, die so genannte Brachytherapie (Strahlentherapie von innen) eingesetzt. Unter Narkose und meist ambulant wird dabei die Prostata mit reiskorngroßen, radioaktiven Zylindern gespickt. Vorteile dieser Methode sind, dass die Bestrahlung gezielt von innen erfolgt, das umliegende Gewebe geschont wird und nur bei etwa 20–30 % der behandelten Patienten eine Impotenz auftritt.

  • Komplikationen von externer und interner Strahlentherapie. Bei großen und aggressiven Tumoren, die eine höhere Strahlendosis erfordern, häufen sich bei der Brachytherapie wie auch bei der konventionellen Bestrahlung Nebenwirkungen wie chronische Darmentzündungen mit schmerzhaften Durchfällen, schmerzhafte abakterielle Blasenentzündungen (Strahlenblase) und erhöhtes Risiko für das Auftreten von Blasenkrebs.

Hormonentzugstherapie. In fortgeschrittenen Krebsstadien, wenn Metastasen bereits in Lymphknoten, Knochen oder inneren Organen vorliegen und wenn die radikale Prostatektomie nicht durchgeführt wurde, empfehlen die Ärzte eine Hormonentzugstherapie (Antiandrogene Therapie, chemische Kastration). Dabei wird die Ausschüttung des männlichen Geschlechtshormons Testosteron blockiert, um ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Dies gelingt durch verschiedene Medikamente, welche die Ausschüttung oder die Wirkung des Testosterons blockieren (chemische Kastration). Alternativ werden in seltenen Fällen die Hoden entfernt, die für die Testosteronproduktion zuständig sind (operative Kastration).

Eingesetzt werden dabei beispielsweise Antihormone, sogenannte GnRH-Analoga (LHRH-Analoga): Sie wirken auf das Gehirn und unterdrücken das für die Testosteronausschüttung zuständige Hormon GnRH, und werden dem Patienten alle drei Monate ins Bauchfettgewebe gespritzt. Alternativ wird das Hodengewebe, das für die Testosteronproduktion zuständig ist, operativ aus dem Hodensack geschält (operative Kastration durch beidseitige Orchiektomie).

Nebenwirkungen der Hormonentzugstherapie. Als Nebenwirkungen treten oft – ähnlich den Wechseljahrbeschwerden der Frau – Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen und Müdigkeit auf. Des Weiteren kommt es zu verminderter Erektionsfähigkeit und Libido, Wachstum der Brustdrüsen (Gynäkomastie), Osteoporose und zu psychischen Auffälligkeiten, z. B. Depressionen. Die Krebszellen passen sich in vielen Fällen nach einigen Jahren an die veränderte Hormonsituation an und wachsen wieder – der Tumor wird "hormontaub" (sog. kastrationsresistentes Prostatakarzinom). Das Fortschreiten der Erkrankung wird dann durch die Umstellung der Hormontherapie, das Verwenden weiterer Medikamente mit Wirkung auf den Testosteronhaushalt und die Chemotherapie verlangsamt.

Chemotherapie. Die Chemotherapie wird beim metastasierten Prostatakrebs oft mit der Hormontherapie kombiniert. Außerdem setzten die Ärzte sie ein, wenn die Hormontherapie nicht oder nicht mehr wirkt. Zu den verwendeten Präparaten gehören vor allem Docetaxel.

Palliative (lindernde) Therapie. Erschwert der unheilbare und fortschreitend wachsende Prostatakrebs das Wasserlassen, können wie bei der Prostatavergrößerung die störenden Prostataanteile durch die Harnröhre entfernt werden (palliative TUR-P). Palliativ können auch Chemotherapie und Bestrahlung angewandt werden, z. B. wenn sich Metastasen im Skelett gebildet haben, wodurch das Tumorwachstum so weit wie möglich gestoppt wird. Zusätzlich eingenommene Biphosphonate helfen, die Knochen zu stabilisieren.

Prognose

Ist der Tumor nur auf die Prostata begrenzt, gelingt meist die Heilung. Sind zusätzlich die Samenblasen befallen, beträgt die 10-Jahres-Überlebensrate immerhin noch 85 %, bei Lymphknotenbefall 55 %. Liegen bereits Metastasen außerhalb der Lymphknoten vor, beträgt sie nur noch ~ 7 %.

Neueren Erkenntnissen zufolge verbessert sich die Prognose, wenn Patienten zusätzlich zur Standardtherapie Acetylsalicylsäure einnehmen – den Wirkstoff in Aspirin®. Demnach sank durch Aspirin® das Sterberisiko von 10 % auf 4 %. Bevor diese Behandlung allerdings künftiger Therapiestandard werden kann, sind noch weitere Studien notwendig.

Ihr Apotheker empfiehlt

Komplementärmedizin

Naturheilkundliche Behandlungsalternativen für Krebs sind ausführlich an anderer Stelle beschrieben. Die dort gegebene Empfehlung, dass die (schulmedizinische) Diagnose und Ersttherapie des Krebses auf keinen Fall verschleppt werden und naturheilkundliche Therapien nur ergänzend (komplementär) erfolgen sollen, gilt ohne Einschränkung auch für den Prostatakrebs.

Prävention und Früherkennung

Aufgrund vieler Studien (z. B. von Moyad oder Deprimos) wird verschiedenen pflanzlichen Stoffen eine schützende Rolle vor Prostatakrebs zugeschrieben. Demnach ist die beste Vorbeugung vor Krebs eine ausgewogene Ernährung mit wenig Fleisch, dafür reichlich Sojaprodukten und pflanzlichen Fetten (die überwiegend z. B. Olivenöl statt Butter verwendet), viel Obst und Gemüse. Auch ein Glas Rotwein pro Tag soll durch die enthaltenen Antioxidanzien vor Prostatakrebs schützen. Hinweisen zufolge setzen auch die Spurenelemente Zink und Selen das Krebsrisiko herab.

Früherkennung. Aufgrund der Häufigkeit des Prostatakrebses sollte die Prostata vorsorglich im Rahmen der gesetzlichen Vorsorgeprogramme ab dem 45. Lebensjahr einmal jährlich per Tastuntersuchung gecheckt werden, um Gewebeveränderungen möglichst früh zu erkennen – leider nehmen bisher nur 20 % der Männer diese Möglichkeit der Krebsfrüherkennung wahr. Ein erhöhtes Risiko für Prostatakrebs haben Männer, deren Vater, Bruder, Onkel oder Großvater vor dem 60. Lebensjahr an Prostatakrebs erkrankte. Diesen Risikopatienten empfiehlt die deutsche Gesellschaft für Urologie, bereits ab einem Alter von 40 Jahren zur Früherkennungsuntersuchung zu gehen.

Eine andere Form der Vorsorge ist das PSA-Screening. Dabei wird der PSA-Wert im Blut bestimmt. Ist dieser erhöht, kann ein Prostatakarzinom vorhanden sein. Jedoch ist das PSA-Screening umstritten, da noch kein Einfluss auf das Gesamtüberleben festgestellt werden konnte.

Weiterführende Informationen

  • www.prostatakrebs-bps.de – Internetseite des Bundesverbands Prostatakrebs Selbsthilfe e. V. (BPS, Gehrden): Bietet ausführliche Hintergrundinformationen, Forum und Patientenratgeber wie Ich habe Prostatakrebs, was nun? und den blauen Ratgeber Nr. 17 Prostatakrebs der Deutschen Krebshilfe. Zum Bestellen bzw. Herunterladen (Suchbegriff Broschüren).
  • www.prostatakrebs-ratgeber.de – Ebenfalls vom BPS unterhalten, bietet diese Internetseite zahlreiche Tipps und verständlich aufbereitete Informationen, beispielsweise unter der Rubrik Lexikon der Fachausdrücke.
  • L. Weißbach; E.A. Boedefeld: Diagnose: Prostatakrebs. Zuckschwerdt, 2007. Ein Ratgeber – nicht nur für Männer.
  • H.G. Delbrück: Prostatakrebs. Rat und Hilfe für Betroffene und Angehörige. Kohlhammer, 2004. Beschreibt anschaulich den Krankheitsverlauf, unterschiedliche Therapieformen und Vorsorgemöglichkeiten, und widmet sich insbesondere dem Problem der Harninkontinenz.

Prostatavergrößerung, gutartige

(Gutartige) Prostatavergrößerung (BPS = Benignes Prostatasyndrom, BPH = Benigne Prostatahyperplasie, Prostataadenom): Bereits ab etwa dem 30. Lebensjahr beginnende, über Jahre langsam fortschreitende Vergrößerung der Drüsen der inneren Prostataanteile, die zu Beschwerden beim Wasserlassen führt. Ursache sind die sich mit zunehmendem Alter einstellenden hormonellen Veränderungen. Die gutartige Prostatavergrößerung ist eine der häufigsten Erkrankungen im höheren Alter; etwa 50 % der Männer über 50, 70 % der Siebzigjährigen sowie 90 % der Achtzigjährigen sind betroffen. Zunächst helfen Medikamente, oft aber ist früher oder später ein operativer Eingriff erforderlich, um die Blasenentleerung wieder zu gewährleisten.

Symptome und Leitbeschwerden

  • Erste Beschwerden: Startverzögerung beim Wasserlassen, schwächerer Harnstrahl sowie Nachträufeln des Harns
  • Häufiges nächtliches Wasserlassen, dann auch tagsüber häufigerer Harndrang unwillkürlichem Urinabgang
  • Gefühl der unvollständigen Blasenentleerung
  • häufige Blasenentzündungen durch die Restharnbildung
  • Inkontinenz (sog. Überlaufblase).

Wann zum Arzt

In den nächsten Wochen bei

  • häufigerem Wasserlassen und Harnstrahlabschwächung.

Am nächsten Tag bei

  • schmerzhaftem Wasserlassen oder bei blutigem Urin (oft Blutung aus Prostatavenen).

Sofort bei

  • Harnverhalt (Unmöglichkeit des Wasserlassens)
  • andauerndem, unkontrollierbarem Verlust kleinerer Urinmengen ("Überlaufblase")
  • Nierenschmerzen (Rückstau von Urin bis in die Nieren)
  • Fieber und Schüttelfrost (Zeichen einer Nierenentzündung).

Die Erkrankung

Krankheitsentstehung und Verlauf

Die etwa kastaniengroße Prostata liegt unterhalb der Blase auf dem Beckenboden und produziert die Hauptmenge des Ejakulats. Mehrere Faktoren führen mit zunehmendem Alter zu einer Vergrößerung der Prostata. Bei der Mehrzahl der Männer ab dem 50. Lebensjahr geraten die Sexualhormone aus dem Gleichgewicht: Hierfür scheint eine vermehrte Umwandlung von Testosteron in das Abbauprodukt Dihydrotestosteron (DHT) innerhalb der Prostata verantwortlich zu sein.

Aufgrund dieses hormonellen Ungleichgewichts vermehrt sich das Prostatagewebe und engt die Harnröhre in ihrem Verlauf durch die Prostata ein. Deswegen kann die Blase schlechter entleert werden und der Druck beim Wasserlassen nimmt zu. Häufig verbleibt trotzdem ein Urinrest in der Blase, der Restharn. Um den vermehrten Kraftaufwand leisten zu können, wachsen und verdicken sich die Muskelzüge in der Blase, und es entsteht eine so genannte Balkenblase. Diese führt nun zu einer Einengung der Harnleitermündungen, wodurch sich der Urin bis in die Nieren zurückstauen kann und ein vesikorenaler Reflux entsteht.

Erhöhte Restharnmengen erhöhen wiederum die Gefahr für wiederkehrende Infektionen. Öffnet sich der Blasenauslass schließlich überhaupt nicht mehr, kommt es zu einem sehr schmerzhaften Harnverhalt. Bildet sich der Harnverhalt hingegen langsam aus, so gehen unkontrolliert immer wieder kleine Urinmengen ab, die das Fassungsvermögen der bereits vollen Blase übersteigen – der Mediziner nennt dies eine Überlaufinkontinenz.

Alle diese Beschwerden erzwingen bei der Mehrzahl der Männer früher oder später eine invasive Therapie in Form einer Operation. Selbst wenn diese erfolgreich verläuft, treten in manchen Fällen die gleichen charakteristischen Beschwerden einige Jahre später erneut auf, wenn die restlichen verbliebenen Prostatazellverbände weiterhin wachsen.

Diagnosesicherung

Zunächst fragt der Arzt den Patienten nach der durchschnittlichen Häufigkeit des Wasserlassens tagsüber und nachts und nach den Beschwerden, wozu oftmals ein standardisierter Fragebogen verwendet wird wie z. B. der IPPS (Internationaler Prostata-Symptomen-Score-Test). Da viele Medikamente wie z. B. Antidepressiva das Wasserlassen beeinträchtigen, sollte der Patient alle eingenommenen Medikamente mit dem Arzt besprechen.

Als nächstes folgt eine Prostata-Tastuntersuchung, um mögliche Verhärtungen und die ungefähre Größe der Prostata (normalerweise ~ 20 g = 20 ml) festzustellen. Für eine genauere Beurteilung des Prostatagewebes verwendet der Arzt die transrektale Ultraschalluntersuchung (TRUS). Zusätzlich führt er einen "normalen" Ultraschall durch, um auszuschließen, dass sich Urin in die Nieren zurückstaut. Außerdem lässt sich so die Restharnmenge bestimmen, die 50 ml nicht übersteigen darf.

Mit einer Urinuntersuchung prüft der Arzt, ob eine Harnwegsinfektion vorliegt; die Kontrolle des Kreatininwerts im Blut gibt Aufschluss darüber, ob bereits eine Nierenschädigung besteht.

Hinweis: Um einen eventuell gleichzeitig bestehenden Prostatakrebs mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit ausschließen zu können, wird die Konzentration des prostataspezifischen Antigens (PSA) im Labor bestimmt.

Wichtig für die Therapieplanung ist außerdem die Harnstrahlmessung. Hierfür erscheint der Patient mit gut gefüllter Blase in der Praxis und lässt dann durch eine Art Trichter Wasser. Die aufgezeichnete Kurve zeigt die Geschwindigkeit des Harnflusses und liefert zusammen mit der Restharnmenge sowie den Beschwerden des Patienten eine Entscheidungsgrundlage für die Art der Behandlung.

Eine Blasenspiegelung ermöglicht es dem Arzt, weitere Erkrankungen – beispielsweise der Blase – auszuschließen und einen Blick auf die Prostata von der Harnröhre aus zu werfen. Sie wird meist eingesetzt, wenn eine medikamentöse Therapie versagt oder wenn Harnverhalt oder Blut im Urin Hämaturie auftreten. Röntgenologische Untersuchungen, wie z. B. das Urogramm werden heutzutage nur noch selten eingesetzt. In unklaren Fällen, wenn z. B. zusätzliche Störungen des Blasenmuskels wie bei Diabetes vorliegen, veranlasst der Arzt vor einer geplanten Operation auch eine komplette Urodynamik.

Differenzialdiagnosen: Beschwerden beim Wasserlassen kommen typischerweise auch vor bei der chronischen Prostatitis, Beckenbodenmyalgie, neurogenen Blasenentleerungsstörungen und beim Prostatakarzinom.

Behandlung

Watchful Waiting

Bei noch weitgehend normalen Werten von maximalem Harnstrahl und Restharn kann auf eine Therapie zunächst verzichtet werden (kompensiertes Prostataadenom). Bei 40 % der Patienten bessern sich die Beschwerden spontan wieder. Bleiben die Beschwerden bestehen, folgt eine medikamentöse Behandlung oder eine Operation.

Pflanzliche Präparate

Viele Ärzte empfehlen jedoch schon in der Phase des Watchful Waitings die Einnahme von pflanzlichen Mitteln (Phytotherapeutika). Sie wirken regulierend auf den Hormonhaushalt, antientzündlich und hemmen das Wachstum der Prostata. Am häufigsten werden folgende Substanzen einzeln oder in Kombination verordnet:

  • Sägepalmenfrüchte (Zwergpalmenfrüchte, Sabal z. B. Prostagutt®)
  • Kürbiskerne und Kürbiskernsamen (z. B. Granu Fink®)
  • Brennnesselwurzel (z. B. Prostaforton®)
  • Roggenpollen (z. B. Cernilton®)
  • Vitamin-B6-Präparate.

In den Anfangsstadien der Erkrankung sollen diese Substanzen die Häufigkeit des Wasserlassens tagsüber und nachts vermindern, den Harnstrahl verbessern und die Restharnmenge verringern.

Ob die pflanzlichen Präparate wirklich helfen, ist allerdings nicht klar. Ein positiver Effekt konnte in neueren Studien nicht nachgewiesen werden.

Pharmakotherapie

Wenn die Beschwerden zunehmen, verordnet der Arzt häufig Alphablocker (z. B. Tamsulosin wie Omnic®, Alna® und Prostadil® oder Alfuzosin wie UroXatral® oder Alfunar®), die den Blasenauslass öffnen. Sie sind jedoch nicht frei von Nebenwirkungen, am häufigsten treten Blutdruckabfall und Schwindel auf.

Ist die Prostata auf über 40 ml vergrößert, verschreibt der Arzt alternativ die enzymhemmenden 5-Alpha-Reduktase-Hemmer wie Finasterid (z. B. Proscar®) oder Dutasterid (z. B. Avodart®). Sie wirken auf den Testosteronstoffwechsel und verringern dadurch das Prostatavolumen, haben aber einige Nebenwirkungen: Hauptsächlich verfälschen sie den PSA-Wert und können zu Impotenz führen.

Bei Harnwegsproblemen im Zusammenhang mit einer gutartigen Prostatavergrößerung ist auch ein Therapieversuch mit Tadalafil (Cialis® 5 mg) möglich. Das Arzneimittel soll innerhalb von zwei Wochen die Durchblutung verbessern und die Muskulatur von Prostata und Blase entspannen.

Operative Behandlung

Medikamente zögern eine Operation zwar oft jahrelang hinaus, verhindern sie aber nicht immer. Unerlässlich ist eine Operation, wenn

  • Harnverhalte oder Harnwegsinfektionen immer wiederkehren
  • eine Hämaturie (Blut im Urin) länger besteht
  • Blasensteine vorliegen
  • sich eine durch eine Prostatavergrößerung ausgelöste Nierenschädigung abzeichnet.

Bei einer Vergrößerung der Prostata bis zu etwa 70 ml Volumen kommen folgende Verfahren in Frage:

  • (Transurethrale Resektion der Prostata, TUR-P, TUR-Prostata, Elektroresektion). Hier führt der Arzt durch die Harnröhre eine Hochfrequenzstrom führende Metallschlinge ein und "hobelt" damit die vorstehenden Anteile der Prostata ab (ähnlich der TUR-B). Der Eingriff wird unter Vollnarkose vorgenommen. Nach dieser Operation ist die Ejakulation nach außen oft vermindert oder fehlend, wodurch der Hauptanteil des Ejakulats in die Blase gelangt (rückläufige Ejakulation), folglich besteht nach der Operation meist Zeugungsunfähigkeit.

  • Eine TUIP (Transurethrale Inzision der Prostata) ist eine Minimalvariante der TUR-P und wird manchmal bei nur gering vergrößerter Prostata vorgenommen. Dabei schneidet der Arzt nur eine kleine Kerbe in die Prostata (Prostatakerbung). Bei Drüsengrößen von ca. 30 ml ist die TUIP genauso erfolgreich wie die TURP.
  • Bei der TUNA (Transurethrale Nadelablation der Prostata) werden Nadeln über die Harnröhre in die Prostata platziert und erhitzt, was zu einer Hitzenekrose, also dem Absterben von Prostatagewebe führt. Diese Technik eignet sich vor allem für Patienten, bei denen eine TURP nicht in Frage kommt. Sie ist komplikationsarm, jedoch sind öfter als bei der TURP Zweiteingriffe nötig.
  • Der Eingriff mit dem Holmium-Laser zeigt ähnliche Erfolge wie die TURP. Hier wird das Prostatagewebe nicht "abgeschnitten", sondern mit einem Laser entfernt. Vorteil bei diesem Verfahren ist die niedrigere Komplikationsrate.
  • Die TUMT (= Transurethrale Mikrowellentherapie der Prostata) wird manchmal bei Patienten mit stark erhöhtem Narkoserisiko eingesetzt, da sie ohne Narkose durchgeführt wird. Hier führt der Arzt dünne Sonden in die Harnröhre ein und erwärmt die Prostata auf Temperaturen über 70 °C. Durch das Absterben von Prostatagewebe und die Zerstörung der Nervenfasern verkleinert sich die Prostata und die Beschwerden bessern sich.

Hat die Prostata ein Volumen über 70 ml erreicht, entfernt sie der Arzt in einer offenen Operation über einen Bauchschnitt. Im Unterschied zur Operation des Prostatakrebses werden bei der Operation der gutartigen Prostatavergrößerung Prostatakapsel und Samenblasen nicht entfernt. Wegen der kräftigen Prostatavenen treten nach der Operation manchmal starke Nachblutungen auf. Deshalb muss in den ersten 12–24 Stunden nach der OP ein Katheter in der Blase verbleiben, über den die Blase ständig gespült wird, um eventuell entstandene Blutgerinnsel sofort aus der Blase abzuleiten.

Akuttherapie

Bei Restharnmengen ab ungefähr 100 ml, einer Überlaufblase und als Sofortmaßnahme beim kompletten Harnverhalt muss die Blase über einen Katheter vollständig entleert werden. Die Katheterisierung führt der Urologe durch, notfalls auch jeder Hausarzt. Am einfachsten ist der natürliche Zugang durch den Penis (transurethraler Katheter).

Wenn der Patient operiert werden kann, schließt sich in den Folgetagen die operative Therapie an – ist dies zunächst nicht möglich, muss der Katheter als Dauerkatheter in der Blase belassen werden. Das ist nicht immer ganz problemlos: Vor allem beim transurethralen Katheter besteht die Gefahr von Infektionen. Dauerkatheter sind also keine Dauerlösung, vor allem da inzwischen mehrere minimal-invasive OP-Techniken zur Verfügung stehen, die auch für hochbetagte und nicht narkosefähige Patienten zumutbar sind. Muss der Katheter dennoch längere Zeit verbleiben, punktiert der Arzt die Blase oberhalb des Schambeins und legt den Katheter durch die Bauchwand (suprapubischer Katheter).

Prognose

Bei einem Vergleich von konservativem Management, Lasertherapie und klassischer TUR-P schnitt die TUR-P in einer Untersuchung bezüglich der Wirksamkeit am besten ab: Ein Jahr nach Beginn der Therapie zeigte sich eine deutliche Besserung der Beschwerden bei

  • 15 % der medikamentös Behandelten
  • 67 % der Patienten, die eine Lasertherapie erhalten hatten
  • 81 % der TUR-P-Patienten.

Die TUR-P schont zudem die Potenz. Bei immerhin 95 % der Patienten, die eine TUR-P erhalten hatten, zeigten sich hier nach der Operation keine Einschränkungen.

Ihr Apotheker empfiehlt

Was Sie selbst tun können

Auch wenn sich die Ursachen der Prostatavergrößerung nicht bekämpfen lassen, gibt es einige Maßnahmen, um die Beschwerden bei einer mäßig vergrößerten Prostata zu lindern. Wirkungsvoll ist es, alle mechanischen Reizungen der Prostata zu minimieren.

  • Vermeiden Sie langes Sitzen: Stehen Sie z. B. bei überwiegend sitzenden Tätigkeiten immer mal wieder auf und gehen Sie einige Minuten auf und ab.
  • Ihre Unterwäsche sollte bequem, d. h. nicht zu eng sein.
  • Unterdrücken Sie den Harndrang nicht: Je häufiger die Blase entleert wird, desto geringer ist die Gefahr, dass die Blase überfüllt bzw. überdehnt wird.
  • Sorgen Sie für regelmäßigen Stuhlgang, damit nicht zusätzlich Druck auf Blase und Harnwege entsteht.

Komplementärmedizin

Der Stellenwert alternativmedizinischer Verfahren ist bei diesem Krankheitsbild gering, da bei leichten Beschwerden sowieso meist gut verträgliche pflanzliche Mittel eingenommen werden. Am ehesten sind hier noch homöopathische Substanzen wie Conium bei nächtlichem Wasserlassen oder Sabal serrulata bei abgeschwächtem Harnstrahl zu empfehlen.

Prävention

Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend sekundären Pflanzenstoffen schützt vermutlich – nach den bisher vorliegenden Daten – durch die vorhandenen Phytophenole auch vor einer Prostatavergrößerung. Dazu zählen die Phytoöstrogene, schwach östrogenartig wirkende Pflanzenbestandteile, die etwa in Sojabohnen, Spinat und Brokkoli vorkommen. Ihnen wird nachgesagt, dass sie die hormonellen Veränderungen im Alter mindern.

Weiterführende Informationen

  • T. Ebert; B.J. Schmitz-Dräger: Prostata – Diagnose und Therapie. Kilian-Verlag, 2000. Sehr guter, hilfreicher Ratgeber.
  • G. Leibold: Prostata. Oesch-Verlag, 2005. Dieser Ratgeber geht detailliert auf die Prostata ein und hilft, naturheilkundlich Beschwerden vorzubeugen, Leiden zu erkennen und zu behandeln. Auch die Chancen und Risiken operativer Behandlungen bleiben nicht außer Acht.

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